Vor der Finanzkrise 2008 (markiert) hatten noch etwa 63 Prozent der Amerikaner Arbeit, danach blieb die Beschäftigungsquote unter 59 Prozent. Quelle: US-Arbeitsministerium

    Vor der Finanzkrise 2008 (markiert) hatten noch etwa 63 Prozent der Amerikaner Arbeit, danach blieb die Beschäftigungsquote bei 59 Prozent. Quelle: US-Arbeitsministerium

    Nach dem Rückgang der Arbeitslosenquote in den USA auf nur noch 6,3 Prozent sprechen Beobachter bereits von einer Trendwende, aber in Wahrheit hat mit 41 Prozent fast die Hälfte der Amerikaner im arbeitsfähigen Alter keinen Job.

    VON DIPL.-JOURN. HUBERTUS MÜLLER

    Und wie die erste Zahl ergibt sich auch die zweite überraschenderweise aus Angaben des US-Arbeitsministeriums. Demnach liegt die Beschäftigungsquote in der Bevölkerung bei nur 59 Prozent. Außerdem haben 20 Prozent aller US-Familien keinen einzigen Angehörigen, der in Lohn und Brot steht.

    Schönfärberei keine Seltenheit

    Der Widerspruch zwischen den Zahlen ergibt sich aus der schönfärberischen Zählweise bei der Statistik für die Arbeitslosenquote: Menschen, die es bereits aufgegeben haben nach einem Job zu suchen, gelten dabei per Definition einfach nicht mehr als arbeitslos. Neben einer andauernden desillusionierenden Arbeitsmarktlage kann dabei auch die Alterung in westlichen Gesellschaften eine Rolle spielen: Je chancenloser, desto sinnloser wird die Suche und desto eher lassen es die Betroffenen ganz.

    Auch wenn es keine neuen Jobs gibt, kann dadurch die Statistik immer besser aussehen. So kam der Rückgang der Arbeitslosenquote in den USA vor allem dadurch zustande, dass 806.000 Amerikaner dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen, etwa weil sie die Suche aufgeben oder zu alt sind. Deswegen gibt es Wirtschaftsexperten, die der Beschäftigungsquote eine höhere Aussagekraft zuerkennen.

    Immer noch weniger als vor Krise

    Die Beschäftigungsquote erfasst den Prozentsatz der Bevölkerung mit Job ab dem 16. Lebensjahr. Im April betrug die Quote nach Angaben des US-Arbeitsministeriums 58,9 Prozent – ein bisschen mehr als Ende 2013, als sie 58,6 Prozent betrug, aber immer noch weit weniger als vor der Finanzkrise 2008: Damals hatten um die 63 Prozent aller Amerikaner im arbeitsfähigen Alter noch einen Job. Oder andersherum: 37 Prozent hatten keinen, während es jetzt über 41 Prozent sind.

    Statistik-Tricks auch in Deutschland

    Auch in Deutschland ist bekannt, dass bei der Arbeitslosenstatistik getrickst wird, etwa indem man Betroffene in Förderprogramme steckt, so dass sie offiziell nicht mehr zur Arbeitslosenquote zählen. Immerhin lag hier aber die Beschäftigungsquote laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)  im vierten Quartal vergangenen Jahres bei 73,5 Prozent, das heißt „nur“ 26,5 Prozent der Deutschen im Alter von 16 bis 64 hatten keinen Job.

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